Fingerabdrücke auf Banknoten und Münzen

Weltweit wechseln täglich Unmengen von Bargeld die Besitzer. Allein in der Euro-Zone sind momentan mehr als 17 Milliarden Euro-Banknoten und 111 Milliarden Münzen im Umlauf. Obwohl die neuen Sicherheitsmerkmale die Scheine immer fälschungssicherer machen, tauchen hin und wieder Euro-Fälschungen auf: Im Jahr 2014 wurden so 838.000 gefälschte Euro-Scheine entdeckt und aus dem Verkehr gezogen. Fingerabdrücke auf Geld, das gestohlen, gefälscht oder gewaschen wurde, sind selten, aber von nicht zu unterschätzendem Wert für die Aufklärung von Verbrechen.

Fingerabdrücke von Banknoten zu sichern ist allerdings keine leichte Aufgabe. Grund ist das Material: sowohl Scheine aus Baumwollpapier als auch Polymer haben Eigenschaften, an denen konventionelle Sicherungsmethoden scheitern können. Komplexe Hintergrundmuster, eine schmutzabweisende Beschichtung, Abnutzung und Saugfähigkeit verursachen einen schnellen Qualitätsverlust der Fingerabdrücke.

Die schwierigen Voraussetzungen durch die Materialeigenschaften lassen sich auch mit EVISCAN nicht ganz umgehen. Weil Beweismittel von der Untersuchung mit EVISCAN aber völlig unbeeinträchtigt bleiben, lohnt sich ein Versuch trotzdem. In Einzelfällen gelingt es, frische Fingerabdrücke auf Geldscheinen mit EVISCAN zu sichern.

Gut funktioniert das bei Fingerabdrücken auf dem Hologramm, das bei Euro-Banknoten aus einer hauchdünnen Folie besteht. Hier können auch nach längeren Lagerzeiten noch Fingerabdrücke gefunden werden.